Ein Stück vom Himmel
Eigentlich bin ich kein Rollenspieler. Dachte ich bisher. Ich habe mich sonst immer als “Killerspieler” bezeichnet, ein Fan der Ego-Shooter, aufgewachsen mit der grandiosen und richtungsweisenden Doom-Serie aus der id-Schmiede. Ich liebe die futuristischen Halos und die mit Adrenalin vollgepumpten Gears dieser Welt.
Zur Zeit bemerke ich ein allmähliches Aufweichen dieser Selbsteinschätzung. Da gab es die beiden rauhen Dragon Age Teile, vorher das postapokalyptische Fallout 3 und das epische Mass Effekt 2. Und plötzlich wird aus dem Zocker, der das fleissige Verteilen von Charisma-Punkten und geflissentliche Aufleveln von Charakteren bisher nur müde belächelt hat, ein (un)heimlicher RPG-Fan.
Aktueller und bisheriger Höhepunkt: Skyrim – oder auf deutsch: Himmelsrand. Womit ich schon beim einzigen Kritikpunkt dieses Spieles bin, der deutschen Übersetzung. Liebes Bethesda-Team, welcher Praktikant hat eigentlich entschieden, dass so wunderbar melodisch klingende Ortsnamen aus dem englischen Original unbedingt so hässlich eingedeutscht werden müssen?
Beispiele gefällig?
Skyrim – Himmelsrand, Solitude – Einsamkeit, Riverwood – Flusswald, Whiterun – Weißlauf.
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Klar sind das alles korrekte Übersetzungen, die jedem Fachlehrertest standhalten aber … bin ich der einzige der das doof findet?
Davon ab ist das Spiel grandios. Es macht einen Riesenspaß, durch die immense Welt von Skyrim zu wandern. Meine Liste der Quests – die man an allen Ecken und Enden aufsammelt – ist mächtig. Wenn ich mir vornehme, jetzt mal endlich nur den einen interessanten Quest weiter zu verfolgen werde ich spätestens fünf Minuten später durch die nächste dunkle Trollhöhle oder Ansiedlung wieder komplett abgelenkt und gebe der Versuchung gerne nach, jede Ecke zu erkunden und mit vielen der NPCs zu reden. Dies hat zum Ergebnis, dass meine Aufgabenliste länger wird und immer weiter anwächst.
Ich habe mittlerweile unheimlich spannende 30 Stunden in der Welt von Skyrim verbracht und bin bei Level 20 angelangt. Trotzdem gilt noch immer. You ain’t seen nothin’ yet.
Meine gesamte Freundesliste auf der Xbox scheint nichts anderes zu spielen im Moment und ich bin vom Levelfortschritt noch eher ein kleines Kindergartenkind aus dem rauhen Norden von Skyrim. Wenn auch ein Vorschüler mit Erfahrungen im Drachenkampf
Man spricht von etwa 300h, die man mit Quests in Skyrim verbringen könnte und da sind die sicher bald einschlagenden Zusatzinhalte noch gar nicht eingerechnet.
Es gibt also noch sehr viel zu tun im Drachenland …


Hi Dirk,
nein, Du bist nicht der einzige, den die deutsche Übersetzung stört. ich selbst habe das Spiel aus UK vorbestellt gehabt.
Anfangs leichte Probleme mit dem Verstehen gehabt (da mein Headset nicht funktionierte), jetzt aber sehr froh drum.
Wenn ich Skyrim spiele, bin ich meist in einer Party mit einem oder zwei anderen Skyrim Spielern. Immer wieder hört man “ich bin in Weißlauf”, und ich wußte als Whiterun Bewohner trotzdem gar nicht, wo die gerade sind.
Heute bin ich froh, dass ich die englische Version habe, denn die Übersetzung der Städtenamen ist mehr als schlecht und erinnert an frühere Blizzard Aktionen im World of Warcraft wo plötzlich aus wohlklingenden Namen wie Ironforge oder Southshore dann Eisenschmiede und Süderstade (WTF!) wurde.
Leider…
Das ist aber, wie Du auch schon sagtest, der einzige Kritikpunkt, der mir bei den “Deutschen” aufgefallen war. Ich selbst spiele das Spiel momentan wie kein anderes, mit Level 9 entschloss ich mich, von Vorne zu beginnen und levelte tatsächlich binnen drei Tagen auf Lvl 25 hoch und trage stolz meine Daedric Armor (auf deutsch heißt das sicherlich Dädrische Rüstung *hust*).
Bis bald… in Skyrim oder in der Party
Okay, ich kauf es ja!